Wahlkampf-Auftakt der VP NÖ unter dem Motto "steht auf für Niederösterreich"

Mit über 4.000 Freunden und einer Marschrichtung unter dem Motto "steht auf für Niederösterreich" ist die Volkspartei Niederösterreich im Multiversum in Schwechat in den Wahlkampf gestartet. Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll schwor seine Funktionärinnen und Funktionäre, Kandidatinnen und Kandidaten sowie die Mandatare auf die kommenden 17 Tage Wahlkampf ein. "Packen wir’s an für unser Heimatland Niederösterreich und vertrauen wir auf unsere eigene Stärke und Kraft, damit wir am Wahltag klare Verhältnisse, klare Entscheidungen und Sicherheit auf dem Weg nach vorne für unser Bundesland Niederösterreich erreichen." Es gelte so viele Stimmen nach Hause zu holen, damit Niederösterreich das bleibe, zu dem es in den vergangenen Jahrzehnten geworden sei.

Das Match laute "alle gegen einen" oder auch "alle gegen uns". Bereits die letzten Jahre hätten einen harten Wahlkampf erwarten lassen, aber was sich jetzt abspiele, lasse Fürchterliches erahnen, so Pröll. Acht Listen hätten das Ziel, die absolute VP-Mehrheit zu brechen. Das sei in einer Demokratie ohne Frage legitim, aber "kein Zukunftsprogramm für das Land". Pröll stellte unter Hinweis darauf, dass die SPÖ nur fünf Prozent der Beschlüsse in der Landesregierung eingebracht habe, die Frage, wo denn die Gegner die vergangenen fünf Jahre gewesen seien, und sprach von seinem Sammelsurium an Typen - von Piraten über religiöse Fanatiker bis zu jenen, "die glauben, die Politik kaufen zu können", spielte Pröll auf Frank Stronach an. Aber das Vertrauen der Menschen könne man nicht kaufen, das müsse man sich jahrelange harte Arbeit erwerben - "das haben wir getan, andere sicher nicht&quo

Stronach sieht Niederösterreich als Spielzeug

Pröll kritisierte die Ankündigung Stronachs, obwohl Listenerster für das Team Stronach, nicht in den Landtag einziehen zu wollen: "Mit der Demokratie spielt man nicht." Stronach sei jedes Mittel recht, um auf sich aufmerksam zu machen. Er, Pröll, halte Beschimpfungen schon aus, aber das Land als Diktatur und Saustall zu beschimpfen gehe eindeutig zu weit: "Dagegen setzen wir uns zur Wehr, Herr Milliardär." Damit beleidige Stronach Land und Leute, die seit der russischen Besatzung hart gearbeitet hätten, während er am 4. März in seinem Luxus-Jet in seine kanadische Heimat fliege. Niederösterreich sei kein Spielzeug, das man in die Ecke wirft, wenn es einem nicht mehr gefällt, so wie Stronach das gemacht habe, erinnerte Pröll an dessen einstige Projekte, von der Fußballakademie Hollabrunn über die Wiener Austria bis zum FC Wiener Neustadt samt abgesagtem Stadionbau.

Wahlkampf ist keine g’mahte Wiesn

Der 3. März sei die beste Chance, das zurückzuweisen und Klarheit zu schaffen für Niederösterreich am Weg nach vorn. Und: "Vertrauen wir auf die Menschen und ihr Urteilsvermögen und unsere Stärke und Kraft." Der Wahlgang sei aber keine "g‘mahte Wiesn", appellierte Pröll an seine Gesinnungsgemeinschaft, in den kommenden 17 Tagen Überzeugungsarbeit zu leisten. Es dürfe "kein Haus, keinen Platz, kein Wirtshaus" geben, "wo wir nicht gesagt haben, was wir geleistet haben und was am Spiel steht."

NÖ will innovativer, schneller und sozialer als andere sein

In der Vergangenheit seien Herausforderungen bewältigt worden, verwies Pröll u.a. auf die Wirtschafts- und Finanzkrise. Das Bundesland habe aufgeholt und sich durch Internationalisierung und auch die Kulturszenerie einen anerkannten Platz auf europäischer Ebene erarbeitet. National und international stehe man in Zeiten härter werdender Arbeits- und Lebenswelten aber vor vielen Fragezeichen, sprach er sowohl die Frage des Euro als auch die kommende Nationalratswahl an. Umso wichtiger seien Einsatz und Durchsetzungsvermögen in der Zukunft. Ein klares Bekenntnis legte Pröll zu den Bauern ab: "Wir stehen zu euch", wandte er sich gegen die "linke Enteignungspolitik". Inhaltlich gehe es um den weiteren Ausbau des Sozialbereiches, noch innovativer zu werden, wodurch im Land zukunftsträchtige Jobs geschaffen werden, und in der Verwaltung noch schneller und effizienter zu werden.

Schmutziger Wahlkampf von anderen Parteien

Landesgeschäftsführer Mag. Gerhard Karner hatte sich bei der Begrüßung zum Wahlkampfauftakt der VP NÖ in Schwechat überwältigt vom Besuch gezeigt: "Es ist ein Wahnsinn und zeigt die Kraft unserer Gesinnungsgemeinschaft“. Die Gegner würden den "schmutzigsten Wahlkampf aller Zeiten" führen, sprach er von Angriffen, Unwahrheiten und "Vernaderungen, auch wenn er selbst nicht zimperlich sei. Dass der Landeshauptmann mit Dreck beworfen werde, gehöre am 3. März "abgestraft". Pröll stehe für Stabilität, Verlässlichkeit und Handschlagqualität.

Stronach ist politisches "Würschtl"

Der Landesgeschäftsführer kritisierte die Mitbewerber FPÖ und Grüne sowie Sepp Leitner, der sich vor fünf Jahren an die Spitze der SPÖ NÖ geputscht und von Beginn an Streit gesucht habe. Der "Wahlkampftourist" aus Kanada habe den Landeshauptmann als Feigling, Schmähtandler und Verhinderer bezeichnet und weder Kosten noch Millionen gescheut, um ihn zu beschimpfen. Frank Stronach sei ein "politisches Würschtl, ein Frankfurter - weil am 4. März ist der Frank furt. Dann heißt's wieder 'kana da'", sorgte Karner "reimend" für Lacher.

350 Kandidaten in Land und Bezirken

Vor den Reden Karners und Prölls waren die 350 Kandidaten aus allen Bezirken - von Amstetten bis Zwettl - sowie die Kandidaten der Landesliste in den Saal eingezogen.

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